Belastung

Die Höhe der Schwingungsbelastung wird nicht nur durch die Intensität (Amplitude) und durch die Frequenz f der Schwingung bestimmt, sondern auch durch verschiedene Faktoren wie die Ankopplungskraft an die Schwingquelle, die Schwingrichtung, die Einleitungsstelle, die Körperhaltung und natürlich die Expositionszeit. Dazu kommen noch die individuellen Voraussetzun- gen des Schwingungsexponierten (DUPUIS 1982, DUPUIS und ZERLETT 1984).

Das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept beschreibt sehr gut die Ursachen (Belastungen) und Wirkungen (Beanspruchun- gen) bei der Schwingungsexposition (Bild 5).

Die Höhe der Schwingungsbelastung wird in erster Linie durch die Intensität (Ampl-tude) und durch die Frequenz f bestimmt. Bild 6 zeigt die Reaktionen der Körpermessstellen Halswirbelsäule (HWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) bei vertikaler Schwingungsbelastung mit unterschiedlichen Frequenzen und konstanter Schwingungsintensität az = 1 m/s².

Es ist deutlich zu erkennen, dass bei Frequenzen von 3 bis 8 Hz an der Wirbelsäule die höchsten Schwingungen gemessen wurden. Auf Grund der Eigenschwingung der Wirbelsäule und des Magens (Resonanzfrequenz bei 3 bis 8 Hz) kommt es hier zu einer Schwingungsüberhöhung (Schwingungsübertragung > 1). Als weitere Einflussfaktoren können die Richtung (horizontal, vertikal) und die Stosshaltigkeit der Schwingung gezählt werden.

In Bild 7 ist die Schwingungsübertragung auf die LWS für eine vertikale und eine horizontale (x) Schwingungsanregung dargestellt. Während es bei vertikaler Anregung bei 3 bis 8 Hz zu einer Schwingungsüberhöhung kommt, entsteht diese bei horizontaler Anregung bei 2 und 3 Hz. Neben der Schwingungsrichtung beeinflusst auch die Körperhaltung des Fahrers z.B. der verdrehter Oberkörper beim Rückwärtsfahren des Staplers, die Belastung. Bei der Schwingungsbelastung des Hand-Arm-Systems ist die Höhe der Ankopplung an das Arbeitsmittel von großer Bedeutung. Je fester das Werkzeug gehalten wird, desto mehr Schwingungsenergie wird auf das Hand-Arm-System übertragen. Eine sehr wichtige Rolle spielt jedoch die Dauer der Exposition (täglich, jährlich, Berufsleben). Die Expositionszeit fließt bei der Berechnung des Tages-Vibrations- expositionswert A(8) direkt mit ein.

 

Abbildungen (klicken zum Vergrößern)
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